Was ist ein Bausparvertrag?

Neben der Finanzierung durch einen Hypothekenkredit ist der Bausparvertrag die beliebteste Methode, um sich den Wunsch nach einem eigenem Haus oder einer Wohnung zu erfüllen. Der Bausparvertrag wird von den Bausparkassen angeboten. Vom Grundsatz her ist der Bausparvertrag eine „Mischform“ zwischen einem Sparvertrag und einem später möglichem Kreditvertrag. Der häufigste Verwendungszweck eines Bausparvertrages ist die Finanzierung der eigenen Immobilie bzw. Grundstücks oder die Renovierung eines vorhandenen Objektes.
Im Rahmen des Bausparvertrages spricht man oftmals von der Bauspargemeinschaft. Diese stellt zugleich die Funktionsweise des Bausparens dar.

Das Bausparen funktioniert durch den so genannten Bauspartopf. Viele Bausparer zahlen zunächst ihr Kapital in den Bausparvertrag bzw. den Bausparvertrag ein, damit gleichzeitig andere Bausparer ein Bauspardarlehen erhalten können. Für den einzelnen Bausparer stellt sich der Ablauf des Bausparens wie folgt dar: Zunächst schließt der Bausparer einen Bausparvertrag über eine bestimmte Bausparsumme ab. Falls man mit dem Bausparvertrag das eigene Heim finanzieren möchte sollte sich die Höhe des Bausparvertrages daran orientieren, welche Summe man zur Finanzierung später benötigt bzw. mit in die Finanzierung einbringen möchte. Hat man eine bestimmte Höhe des Bausparvertrages festgelegt, kann man sich im Folgenden zwischen verschiedenen Bauspartarifen entscheiden. Diese unterscheiden sich hauptsächlich durch die Höhe der Spar- und Darlehenszinsen sowie die Dauer der Zuteilungsreife. In der ersten Zeit spart der Bausparer in monatlich festgelegten Raten oder auch variablen Beträgen ein Guthaben auf dem Bausparvertrag an. Für diese Sparbeiträge erhält der Bausparer Zinsen, die auf dem Bausparvertrag gutgeschrieben werden. Im gewählten Bauspartarif wird u.a. festgelegt, wieviel Prozent der Bausparer vom Bausparvertrag selbst ansparen muss, um später das Bauspardarlehen erhalten zu können. Je nach Tarif sind das in der Regel zwischen 40 und 50 Prozent.

Ist das Mindestguthaben angespart wird anhand einer bestimmten Bewertungsziffer, die sich aus der Sparzeit und der Sparsumme zusammensetzt errechnet, ob der Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Zuteilungsreif bedeutet, dass man nun das Bauspardarlehen in Anspruch nehmen kann. Der große Vorteil des Bauspardarlehens gegenüber dem Hypothekendarlehen ist der günstige Zinssatz, welcher in der Regel 2-3 Prozent unter dem üblichen Zinssatz für Hypothekendarlehen liegt. Ferner ist der Zinssatz für die gesamte Laufzeit festgelegt. Das Darlehen wird in der Folgezeit in genau festgelegten Raten monatlich zurückgezahlt.

Der Bausparvertrag kann auch „nur“ als reiner Sparvertrag genutzt werden, eine Verpflichtung das Bauspardarlehen in Anspruch zu nehmen besteht nicht. Weitere Vorteile des Bausparvertrages sind die unter Einhaltung bestimmter Einkommensgrenzen möglichen staatlichen Förderungen wie Wohnungsbauprämie oder Arbeitnehmersparzulage im Rahmen des Vermögenswirksamen Sparens.

Insgesamt ist der Bausparvertrag also sowohl ein flexibler Sparvertrag mit möglichen staatlichen Förderungen als auch eine zinsgünstige Alternative oder Ergänzung zum Hypothekendarlehen im Rahmen einer Wohnungsbaufinanzierung.