Geschichte des Bausparens

Über die Hälfte der Deutschen träumt vom eigenen Heim. Doch für die meisten würde dieser Traum an den zu geringem Eigenkapital scheitern, wenn es nicht die zinsgünstigen Bauspardarlehen gäbe, die unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich staatlich gefördert werden.

Die Grundidee des kollektiven Sparens existiert schon lange. Bereits 200 v.Ch. wurde in China eine Spargemeinschaft gegründet. In England herrschte um 1775 akute Wohnungsnot. Diese sollte durch den Bau von Eigenheimen gelindert werden. Es wurde daher die erste Bausparkasse in Birmingham gegründet. Später wurde diese Idee auch in den USA, Australien, Neuseeland, Südafrika und Brasilien aufgegriffen. 1885 wurde in Deutschland ein Bauverein durch Pastor von Bodelschwingh gegründet, der damit die Wohnungsnot in Bielefeld beseitigen wollte. Doch die Resonanz war gering. Das Bausparprogramm setzte sich erst 1924 endgültig durch. Ausschlaggebend waren die benötigten finanziellen Mittel, die für den Wiederaufbau der durch den 1. Weltkrieg zerstörten Häuser gebraucht wurden und sie mussten zinsgünstig sein. Die erste deutsche Bausparkasse, die Bausparkasse Wüstenrot, wurde ins Leben gerufen. Bereits 4 Jahre später folgte die Gründung der heutigen BHW Bausparkasse AG.

Das Bausparen dient der Schaffung von Wohnraum und der gleichzeitigen Bildung von Privatvermögen.
Das Prinzip des Bausparens ist einfach. Würde ein Bauinteressierter allein sein Baukapital ansparen müssen, dann würde er eine sehr lange Zeit dazu brauchen. Bei der Bausparkasse wird gemeinsam gespart, sodass die Zuteilung des Bauspardarlehens in einem wesentlich kürzeren Zeitraum und vor allem zinsgünstig erfolgen kann.
1930 wurde das Bausparprogramm reformiert. Es wurde ein Bewertungssystem eingeführt, indem der Auszahlungstermin von der Art und Weise der Sparbildung eines Bausparers abhängig gemacht wurde.
Nach der Währungsreform 1948 in Deutschland begannen der schnelle Wiederaufbau und der ökonomische Aufschwung. Davon profitierten auch die Bausparkassen.

1973 wurden das Bausparkassengesetz und die Bausparkassenverordnung erlassen. Das Bausparkassengesetz dient überwiegend dem Schutz des Bausparers und beinhaltet unter anderem die Bestimmungen und Regelungen für die Geschäftstätigkeit der privaten sowie öffentlichen Bausparkassen. Die Bausparkassenverordnung sichert die der Bausparkasse anvertrauten Vermögenswerte.

In Deutschland bestehen gegenwärtig 16 private Bausparkassen und 11 Landesbausparkassen. Diese sind an über 60 % aller Wohnungsbaufinanzierungen beteiligt. Der Sparer kann sich zwischen 129 verschiedenen Bauspartarifen entscheiden. Heute ist das Bausparen durch die staatlichen Zuschüsse auch zu einer lukrativen Geldanlage geworden. Die Bausparkassen sehen ihre Wachstumschancen also nicht mehr nur im reinen Bauspargeschäft sondern auch in anderen Produkten der Vorsorge.