Fehler beim Bausparen

Bausparen kann für eine Finanzierung eine gute Basis darstellen, da hier günstige Zinsen vergeben werden, die zudem noch für die gesamte Laufzeit garantiert werden. Doch es gibt einige Fehler, die beim Bausparen lauern.

Das Bauspardarlehen kann nur genutzt werden, wenn die Hälfte der Bausparsumme durch den Kunden angespart wurde. Hier besteht der Fehler, dass eine zu hohe Bausparsumme gewählt wird, deren Ansparung dann eine sehr lange Zeit in Anspruch nimmt.

Auch sollte das Bauspardarlehen maximal 30% einer Gesamtfinanzierung ausmachen, da die Raten hier durch kurze Laufzeiten relativ hoch sind. Daher sind Bausparsummen bis EUR 50.000 in Ordnung, höher sollten sie jedoch, auch im Hinblick auf die Abschlussgebühren, nicht ausfallen. Diese betragen durchschnittlich zwischen 1%-1,5% der Bausparsumme. Je höher also die Bausparsumme, desto höher die Abschlussgebühr und die Kosten. Hier ist ein Vergleich sinnvoll, denn einige Bausparkassen verzichten auch auf die Abschlussgebühr.

Auch die Wahl des Tarifes sollte gut bedacht werden. Meist bieten die Bausparkassen zwei verschiedene Tarife. Der erste Tarif ist für Menschen gedacht, die lediglich sparen wollen und zum Beispiel nur die vermögenswirksamen Leistungen einzahlen. Hier wird dann ein hoher Guthabenzins (ca. 4% p.a.) gewährt, der Darlehenszins ist jedoch sehr hoch. Ein anderer Tarif wiederum ist für Menschen gedacht, die den Vertrag abschließen, um später das Bauspardarlehen zu nutzen. Hier wird dann ein geringer Guthabenzins gewährt, die Darlehenszinsen sind jedoch günstig.

Wer seinen Bausparvertrag zum Bauen nutzen möchte, benötigt vom Finanzierungsberater einen unverbindlichen Zuteilungstermin. Wird dieser jedoch falsch berechnet, kann die gesamte Finanzierung platzen. Daher sollte die Zuteilung überschlägig berechnet werden, der Kunde sollte einen Ausdruck hiervon in seinen Unterlagen abheften, um später einen Beleg vorweisen zu können.

Auch wenn ein Vertrag zuteilungsreif ist, wird er noch nicht immer ausgezahlt. Viele Bausparkassen haben hier spezielle Bewertungsstichtage, so kann von der Zuteilungsreife bis hin zur Auszahlung ein halbes Jahr vergehen. Gut sind hier Tarife, bei denen die Zinsen taggenau berechnet werden und die Bewertungszahl monatlich betrachtet wird. So verkürzt sich der Zeitraum von Zuteilung zur Auszahlung um wenigstens 3 Monate.
Des Weiteren sollten bereits beim Abschluss des Bausparvertrages alle staatlichen Förderungen eingerechnet werden. Hierzu zählen Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie. Diese sollten jedoch nicht der Grund sein, die Bausparsumme zu erhöhen. Gerade Menschen, die nur die staatliche Förderung nutzen wollen, sollten geringe Bausparsummen von EUR 5.000 nutzen.

Auch sollten Kunden die Darlehenskosten betrachten. Viele Bausparkassen werben mit geringen Zinsen von unter 2% p.a., die Kosten für die Darlehensbearbeitung, die Wertermittlungsgebühr und die Bereitstellung sind hier jedoch sehr hoch. Daher sollten sich Kunden einen Tilgungsplan ausdrucken lassen, der alle Kosten und Gebühren enthält. Auch der effektive Darlehenszins ist eine gute Vergleichsgröße. Auch die Kosten für Kontoführung oder ggf. Kosten für Mitgliedsmagazine müssen bedacht werden.

Fazit: Wer die verschiedenen Angebote der Bausparkassen vergleicht, wird die oben genannten Fehler vermeiden und einen guten Tarif finden, um eine günstige Finanzierung zu erhalten.